Hauskredit
SSL Sichere Verbindung

Wer einen Hauskredit in Anspruch nimmt, um damit den Kauf oder Bau einer Immobilie zu finanzieren, der schließt meist einen Kreditvertrag ab, der über 20 oder mehr Jahre läuft.

Die Sollzinsbindung beim Hauskredit ist allerdings meist kürzer festgelegt.

Nach Ablauf der Zinsbindung muss sich der Kreditnehmer um eine Anschlussfinanzierung kümmern. Um dabei gute Konditionen zu erhalten, kann er den Hauskredit umschulden.

Aktueller Hypothekenzinssatz

5 Jahre10 Jahre15 Jahre
0.38%1.04%1.46%

Stand: 19.11.2018 - Quelle: Deutsche Bundesbank

Zwei Wege zum Umschulden eines Hauskredits

Der Kreditnehmer kann eine Umschuldung entweder bei seiner kreditführenden Hausbank oder über ein anderes Kreditunternehmen durchführen. Wie funktioniert das?

Umschuldung über die kreditführende Hausbank

In der Regel bietet die Bank, die aktuell mit dem Kredit zur Baufinanzierung betraut ist, dem Kreditnehmer die Möglichkeit der Prolongation. In diesem Fall handelt es sich eigentlich nicht um eine Umschuldung, sondern um eine Verlängerung des Kreditvertrages auf Basis des aktuellen, marktüblichen Zinssatzes. Häufig ist diese Variante aus finanzieller Sicht allerdings weniger günstig.

Umschulden über eine andere Bank

Die günstigere Variante ist häufig eine Anschlussfinanzierung durch eine andere Bank. Hier wird ein neuer Kreditvertrag mit aktuellem Zinssatz und entsprechenden Konditionen abgeschlossen.

Die Kreditsumme wird dann bei der Hausbank zur Ablösung der Baufinanzierung eingezahlt. Der Kreditnehmer schuldet den entsprechenden Betrag nun dem anderen Kreditinstitut.

Hauskredit Schnellvergleich

Wann kann das Umschulden einer Baufinanzierung durchgeführt werden?

Wer einen Hauskredit vorzeitig durch Rückzahlung umschulden möchte, der muss eine Kündigungsfrist von sechs Monaten einhalten. Solange dies geschieht, kann die Umschuldung jederzeit erfolgen.

Allerdings wird die Umschuldung dann sehr teuer. Denn das Umschulden vor Ablauf des 10. Zinsbindungsjahres, darf sich die Bank mit einer Vorfälligkeitsentschädigung versilbern lassen.

Wann lohnt sich das Umschulden der Baufinanzierung?

Die Vorfälligkeitsentschädigung, auf die Banken einen rechtlichen Anspruch haben, hat es in sich. Aufgrund der hohen Kosten ist eine Umschuldung während der 10-jährigen Zinsbindungszeit nicht ratsam.

Sobald die 10 Jahre vergangen sind, kann die Finanzierung allerdings kostenfrei abgelöst werden. Wenn der aktuelle, marktübliche Zins dann niedriger ist als bei Abschluss der Finanzierung, sollte der Kreditnehmer den Hauskredit umschulden.

Hauskredit umschulden - der Vergleich lohnt

Eine Umschuldung ist für den Kreditnehmer vor allem dann sinnvoll, wenn die neue Bank günstigere Zinssätze anbietet, als die alte Bank. Neben den Zinssätzen sollte der Kreditnehmer aber auch auf folgende Vertragskonditionen achten:

Ein Vergleich von verschiedenen Angeboten ist immer sinnvoll, denn die Zinssätze können sich von Bank zu Bank sehr deutlich voneinander unterscheiden. Selbst wenige Stellen hinter dem Komma führen zu deutlich niedrigeren oder höheren Kosten.

Vorzeitig den Hauskredit umschulden

Prinzipiell ist es möglich, einen Hauskredit vorzeitig umschulden zu lassen. Ist die Laufzeit der Sollzinsbindung aber noch nicht abgelaufen, kann die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, da ihr Gewinne entgehen und die eingeplanten Finanzmittel aus den Tilgungsraten nicht mehr zur Verfügung stehen.

Entscheidungshilfen im Überblick

Folgende Fragen muss der Kreditnehmer für seinen individuellen Fall beantworten, um eine gute Entscheidung treffen zu können:


Quellen

Noosten, Dirk: Die private Bau- und Immobilienfinanzierung: Eine Einführung für Planer und Auftragnehmer von Bauleistungen »
Der Bundesgerichtshof: Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften »
Keller, Helmut: Praxishandbuch Baufinanzierung für Wohneigentümer: Planung - Kosten - Realisierung »