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Wer ein Grundstück kaufen und darauf eine Immobilie errichten möchte, der benötigt für seine Finanzplanung neben den Baukosten auch Informationen zum Bodenrichtwert. Dieser wird gemäß § 196 Baugesetzbuch (BauGB) alle zwei Jahre errechnet und dient auch als Grundlage für die steuerrechtliche Bewertung von Bodenbesitz.

Der Bodenrichtwert wird pro Quadratmeter angegeben, ist ein Hilfsmittel zur Wertermittlung von Immobilien und lediglich ein durchschnittlicher Wert, der auf Basis von erfassten Grundstücksverkäufen errechnet wird.

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Stand: 11.12.2018 - Quelle: Deutsche Bundesbank

Bodenrichtwert ermitteln

Die Ermittlung obliegt in Deutschland hauptsächlich 1350 Gutachterausschüssen oder Immobilienverbänden. Die Ausschüsse ermitteln den Richtwert, indem sie Informationen aus notariell beurkundeten Kaufverträgen sammeln und zu einem Kaufpreisbericht zusammenfassen.

Dies geschieht mehr oder weniger detailliert für verschiedene Regionen, für Städte, für Gemeinden oder sogar für einzelne Stadtviertel. Um den Bodenrichtwert möglichst exakt bestimmen zu können, fließen verschiedenste Faktoren in die Berechnung mit ein.

Da der Bodenrichtwert gerade in dicht bebauten Gebieten wie Großstädten sehr hoch und kaum noch leistbar ist, sollten Interessierte sich informieren, ob es nicht günstigere Grundstücke im näheren Umfeld gibt. Viele Bauherren suchen verstärkt an den Stadträndern nach preiswertem Baugrund.

Was ist im Bodenrichtwert enthalten?

Zahlreiche Faktoren beeinflussen den Bodenrichtwert und lassen ihn höher oder niedriger ausfallen.

Zu den wichtigsten Faktoren für die Errechnung gehören:

  • Form und Größe des Grundstücks (Zuschnitt, Quadratmeterzahl)
  • Lage des Grundstücks (Nachbarschaft, Versorgungslage, Infrastruktur)
  • Bodenbeschaffenheit (Art des Untergrundes, Hanglage)
  • Bebauungsmöglichkeiten oder Einschränkungen (Bebauungspläne, Verordnungen)
  • Erschließungszustand (Wasser, Abwasser, Strom, Heizung)

Je besser gelegen und je größer ein Grundstück ist, desto höher wird der Bodenrichtwert ausfallen. Liegt das Grundstück hingegen in einer Region, die von der Infrastruktur her suboptimal erschlossen ist, wird die Berechnung einen niedrigen Bodenrichtwert und damit bei einem Kauf einen geringeren Gesamtpreis ergeben.

  • Die Höhe des Bodenrichtwerts hat großen Einfluss auf den Kaufpreis für ein Grundstück. Es handelt sich zwar lediglich um einen Durchschnittswert, dennoch kann ein hoher Bodenrichtwert es jungen Familien und auch Normalverdienern erschweren, sich ein Eigenheim auf eigenem Grund zuzulegen.
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Die Bodenrichtwerttabelle

Diese Richtwerttabellen für Bodenpreise sind im Grunde die schriftliche Variante der Bodenwertkarten beziehungsweise Bodenrichtwertkarten. Die Bodenrichtwerttabelle wird von den Gutachterausschüssen erstellt und veröffentlicht. Sie enthält nicht nur die Bodenrichtwerte selbst, sondern auch Angaben zu den einzelnen Faktoren, die den Wert beeinflussen.

Die Tabellen sind erhältlich an folgenden Stellen:

  • Geschäftsstellen der Gutachterausschüsse (Vermessung- oder Katasterämter)
  • Bauämter der Kommunen
  • Internetpräsenz der Ausschüsse (zu finden unter "Gutachterausschüsse ONLINE")
  • BORIS-Portale(Bezeichnung für das Bodenrichtwertinformationssystem VBORIS)

Die Informationen zum Bodenrichtwert ist nicht immer kostenlos, abhängig vom Bundesland kann eine Gebühr anfallen. Wer mündlich in den Geschäftsstellen der Gutachterausschüsse anfragt, erhält die gewünschten Informationen ebenfalls kostenfrei.


Quellen

Gablenz, Klaus Bernhard: Grundstückswertermittlung für Praktiker: Bewertung nach ImmoWertV »
Mannek, Wilfried: So viel ist Ihr Haus wert: Der richtige Verkehrswert bei Kauf, Verkauf, Steuern, Erbschaft »