Hauskredit

Ein Darlehen setzt sich aus dem Tilgungssatz und den Zinsen zusammen. Unter Tilgungssatz versteht man den Anteil in Prozent am gesamten Darlehen, der in regelmäßigen Raten gezahlt wird.

Die monatliche Tilgung, die der Kreditnehmer an den Kreditgeber zu zahlen hat, errechnet sich also aus dem Tilgungssatz.

Den Tilgungssatz berechnen - Ein Fallbeispiel

Bei jeder Finanzierung einer Immoblilie - sei es durch Kauf oder durch Bau - ist es von äußerster Wichtigkeit, den Tilgungssatz richtig festzulegen. Selbstverständlich bestimmen die eigenen finanziellen Möglichkeiten die Höhe der monatlichen Tilgungsrate.

Zwar klingt eine monatliche Rate von 1 oder 2 Prozent verlockend, entsprechend verlängert sich dadurch aber logischerweise die Tilgungszeit. Das Risiko, nach Ablauf der Festschreibung der Zinsen womöglich mit einer Anschlussfinanzierung deutlich mehr Zinsen zahlen zu müssen, ist nicht zu unterschätzen.

Beispiel für eine Berechnung:

  • Darlehen: 10.000 Euro

  • Zinssatz: 6 %

  • Tilgungsrate: 2 %

Bei einem Darlehen von 10.000 Euro und einer Tilgungsrate von 2 Prozent rechnet man: 10.000 multipliziert mit 2 Prozent, daraus ergibt sich eine Tilgungsrate von 200 Euro pro Monat.

Für die Zinsen muss man dagegen den Kreditbetrag mit 6 Prozent mulitiplizieren, woraus sich ein Zinsbetrag von 600 Euro ergibt.

Tilgungssatz

Laufzeit und Tilgungssatz - was zu beachten ist

Bei den meisten Immobiliendarlehen kann der Satz während der Laufzeit geändert werden. Oft werden zum Beispiel am Anfang höhere Tilgungssätze vereinbart, um in der ersten Zeit der Annuität den größten Teil des Kredits abzuzahlen.

Später werden die Sätze dann reduziert und das dann eingesparte Geld kann beispielsweise für Sondertilgungen oder auch Instandsetzungsmaßnahmen an der Immobilie genutzt werden.

In vielen Fällen wird der Zinssatz auf 20 Jahre festgelegt.

Variable Tilgung und Sondertilgung als Sonderformen

ing dibafinance

Sonderformen der Tilgung sind:

Bei einer variablen Tilgung kann der Tilgungssatz während der Laufzeit mehrfach geändert werden kann. Dies ist dann sinnvoll, wenn über einen längeren Zeitraum nicht beide Partner Einkommen erzielen, wie beispielsweise krankheitsbedingt oder in der Elternzeit.

Sondertilgungen sind eine Möglichkeit, einen Betrag abzuzahlen, der die übliche Monatsrate übersteigt. Dies bietet sich zum Beispiel bei einer Erbschaft oder einer Lebensversicherung an.

  • Die Möglichkeiten einer Sondertilgung sollten im Kreditvertrag vereinbart werden.

Bei den meisten Banken ist ein Sondertilgungsrecht von bis zu fünf Prozent pro Jahr kostenfrei. Was darüber hinausgeht, verlangt in der Regel einen Zinsaufschlag.


Quellen

Guido Rennert: Praxisleitfaden Immobilienanschaffung Immobilienfinanzierung»


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