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Ausbauhaus – Definition, Ausbaustufen, Kosten

In Zeiten niedriger Finanzierungszinsen für Immobilienkredite überlegen viele, ein Haus zu bauen oder zu kaufen. Eine vergleichsweise günstige Variante des Eigenheims bieten Fertighaus-Hersteller an.

Sie planen und bauen nicht nur schlüsselfertig, sondern geben handwerklich motivierten und begabten Bauherren die Möglichkeit, zum Teil selbst ihr neues Wohngebäude zu errichten.

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Stand: 15.11.2018 - Quelle: Deutsche Bundesbank

Was ist ein Ausbauhaus?

Ein Fertighaus - egal ob Holzständerbauweise oder Massivbau - zählt als Selbstbau- oder Ausbauhaus, wenn vom Baupartner die Außenhülle beziehungsweise der Rohbau gefertigt wird. Je nach gewählter Ausbaustufe wird der Innenausbau anschließend ganz oder teilweise vom Bauherren in Eigenregie übernommen. Dadurch ist es deutlich günstiger, ein solches Haus zu bauen, was sich positiv auf die Immobilienfinanzierung auswirkt. Jedoch muss man berücksichtigen, dass während der Ausbauphase weitere Kosten verursacht werden und viel Zeit und Arbeit benötigt wird.

Für wen ist ein Ausbauhaus geeignet?

Ausbauhaus

Bevor man sich für ein Mitbau- oder Ausbauhaus entscheidet, sollte vorher gründlich überlegt werden, ob die bevorstehenden Arbeiten selbst ausführbar sind. Handwerkliches Geschick sollte in jedem Fall vorhanden sein. Die meisten Anbieter von Ausbauhäusern stellen sogenannte Ausbaupakete zur Verfügung, welche die benötigten Materialien sowie passende Anleitungen und Werkzeuge beinhalten.

Weiterhin ist es wichtig, genügend Zeitreserven einzuplanen, da die Eigenleistung im Rahmen der Freizeit oder des Urlaubs erbracht wird. Wenn mehrere möglicherweise fachkundige Helfer während der Ausbauphase zur Verfügung stehen, kann der Termin für den Einzug in das neue Zuhause früher eingeplant werden und eine doppelte finanzielle Belastung verringert werden.

Welche Vorteile und Nachteile haben Ausbauhäuser?

VorteileNachteile
  • geringere Kosten
  • Bauherr übernimmt viele Arbeiten im Innenausbau selbst
  • niedrigere Darlehenssumme
  • Innenausbau kann frei gestaltet werden
  • hoher Zeitaufwand
  • Fertigstellung kann sich in die Länge ziehen
  • Baumängel sind wahrscheinlicher
  • Sicherheitslücken können auftreten

Welche Ausbaustufen gibt es bei einem Ausbauhaus?

Je nachdem, wie viel Eigenleistung ein Bauherr erbringen kann und will, gibt es von verschiedenen Anbietern mehrere Ausbaustufen. Diese unterscheiden sich zwar, dennoch gibt es hinsichtlich des in Eigenleistung erbrachten Umfangs ähnliche Komponenten. Neben schlüsselfertigen Häusern gibt es meist folgende Ausbauhaus-Varianten:

Malerfertig/ streichfertig

Für handwerklich geschickte Bauherren, die einfache Arbeiten durchführen können, gibt es Fertighäuser, bei denen lediglich Boden- und Wandbeläge sowie teilweise Innentüren, selbst angebracht werden müssen.

Anschlussfertig/ technikfertig

Für geübte Heimwerker gibt es Ausbaupakete, bei denen Fensterbänke, Innentüren, Sanitärobjekte oder nichttragende Wände zur Eigenleistung zählen.

Ausbauhaus

Wer viel Erfahrung, Fachwissen oder Profis im Verwandten- und Bekanntenkreis hat, kann sich auch ein Haus bauen lassen, das nur wärme- und regengedämmt ist. Sämtliche Arbeiten - von der Leitungsverlegung über Estricharbeiten bis hin zur Installation von Elektro-, Heizungs- und Sanitärausstattung - werden vom Eigentümer erbracht.

Wie lange dauert es, ein Ausbauhaus fertig zu stellen?

Die reine Montage der Außenhülle dauert nur wenige Tage. Jedoch müssen Planung (zwei bis sechs Monate), Genehmigung (etwa zwei Monate) und die Bauzeit für Bodenplatte oder Keller (bis zu einem Monat) berücksichtigt werden.

Beim Innenausbau (mindestens drei Monate) hängt die Dauer bis zur Fertigstellung stark davon ab, wie viel Eigenleistung erbracht wird, wie viele Helfer verfügbar sind und wieviel Zeit neben Arbeit, Familie und sonstigen Verpflichtungen aufgebracht werden kann.

Wie hoch sind die Kosten für ein Ausbauhaus?

Ein kleines Ausbauhaus, welches nahezu schlüsselfertig erstellt wird, kann bereits unter 150.000 Euro kosten. Erbringt man viel Eigenleistung, kann die Außenhülle des Hauses etwa 75.000 Euro kosten.

Das Grundstück, auf dem es errichtet wird, muss zusätzlich erworben werden. Die Kosten hierfür schwanken enorm aufgrund regionaler Bodenrichtwerte und der Größe des Grundstücks.

Nach oben sind, wie fast überall, keine Grenzen gesetzt. Ein großes Ausbauhaus kann bei entsprechendem Energiestandard, hochwertiger Ausstattung, individueller Planungswünsche und einem Keller auch 400.000 Euro und mehr kosten.

Egal für welche Ausbaustufe sich ein Bauherr entscheidet, durch ein Ausbauhaus kann man sich beim Haus bauen sehr viel Geld durch Eigenleistung sparen.

Wann und für wen lohnt sich eine Baufinanzierung bei Ausbauhäusern?

Ausbauhäuser sind auch für junge Familien, Eltern mit vielen Kindern oder Berufseinsteiger durchaus attraktiv. Vor allem, wenn der Bauherr über handwerkliches Geschick oder sogar eine entsprechende Ausbildung verfügt, lässt sich bei der Finanzierung eines Ausbauhauses für Geld einsparen. Beispielsweise folgende Arbeiten könnte der Bauherr ausführen:

Ein richtiger Zeitpunkt sind stets Phasen mit niedrigen Bauzinsen, denn dann ist die finanzielle Belastung durch die geringere Darlehenssumme nicht sehr hoch. Hier gilt es für Interessenten, die Zinsentwicklung im Auge zu behalten und natürlich das richtige Angebot für ein solches Ausbauhaus zu finden.


Einzelnachweise

Haas, Karl-Gerhard: Unser Bauherren-Handbuch »
Keller, Jan: Mit Eigenleistungen am Bau Geld sparen »
Steeger, Frank / Krisch, Rüdiger / Siepe, Werner / Haas, Karl-Gerhard: Unser Bauherren-Handbuch: Von Baubeginn bis Endabnahme »
Gerst, Oliver: Ausbauhäuser: Eigenleistung im Fertighausbau ; Spartipps, Praxisberichte, Beispielhäuser »