Ein Treuhandkonto dient dazu, Geld zu verwalten, das sich nicht im Besitz des Kontotinhabers befindet. Das bedeutet, dass ein Dritter das Geld auf diesem Konto für jemanden verwaltet. Bei Treuhändern handelt es sich meist um Rechtsanwälte, Notare oder Steuerberater. Treuhandkonten gibt es auch in Form eines Anderkonto.

Treuhandkonto: Was ist das?

Bei einem Treuhandkonto gibt man die Berechtigung für ein Konto und damit für das darauf enthaltene Vermögen an einen Dritten ab. Anwendung findet ein solches Konto vor allem im Bereich der Finanzierung von Immobilien - sei es durch Kauf oder durch Bau. Sinn und Zweck ist, dass der Verkäufer seinen Einfluss auf den Kaufbetrag noch nicht vollständig erhält, während der Käufer diesen noch nicht vollständig verliert. Für beide Seiten ist diese Kontoform eine Sicherheit, dass der Transfer auf jeden Fall stattfinden wird, sobald die Immobilie übergeben bzw. die Grundschuld eingetragen worden ist. Warum wird ein Treuhandkonto noch eröffnet?

  • Für die Einzahlung und Verwaltung einer Mietkaution: In diesem Fall verwaltet ein Vermieter die Mietkaution, der Mieter bekommt die Kaution bei Auszug dann verzinst zurück.
  • Paypal ist auch ein Beispiel für ein Treuhandkonto. Das Konto gehört Paypal und Zahlungen über das Paypal-Konto werden von Paypal verwaltet.

Treuhandkonto Kosten

Die Treuhandkonto Kosten hängen von der Form des Treuhandkontos ab. Außerdem bestimmt die Bank, bei dem das Treuhandkonto eröffnet wird, die Kosten für das Treuhandkonto. Bei der Sparkasse beispielsweise beträgt die Gebühr für die Eröffnung eines Treuhandkontos für eine Mietkaution 15 Euro.

  • Wenn das Treuhandkonto bei einer Bank wie bei der Sparkasse oder bei der Commerzbank eröffnet wird, entstehen andere Kosten als bei einem Notar oder Rechtsanwalt.

Ein Treuhandkonto kostenlos ist insofern nicht möglich, da entweder für das Konto Gebühren an die Bank gezahlt werden müssen, oder Gebühren für den Notar oder Rechtsanwalt fällig werden.

Welche Formen vom Treuhandkonto gibt es?

Es wird zwischen folgenden Treuhandkonto Formen unterschieden:

Bei einem verdeckten Treuhandkonto ist bei der Eröffnung nicht sichtbar, dass es sich um ein solches handelt, bei einem offenen ist das Gegenteil der Fall. Hier wird das Treuhandverhältnis angegeben.

Das Anderkonto ist eine Sonderform. Die Eröffnung eines solchen ist nur für Rechtsanwäte, Wirtschaftsprüfer, Notare u.ä. möglich. Ein Anderkonto ist besonders geschützt - so kann es im Fall einer Insolvenz des Treuhänders beispielsweise nicht in dessen Vermögensmasse einfließen.

Treuhandkonto Beispiel Immobilienfinanzierung

Im Falle einer Immobilienfinanzierung läuft dieses Konto über einen Notar. Dieser richtet das Konto unter seinem Namen ein, und der Käufer zahlt den entsprechenden Betrag darauf ein. Bei Zahlung gehen alle Lasten und Nutzen der Immobilie bereits auf den Käufer über.

Sobald alle notwendigen Bedingungen für die Übertragung des Eigentums geschaffen sind - dabei handelt es sich besonders um die Eintragung des Käufers in das Grundbuch - leitet der Treuhänder/Notar den Betrag an den Verkäufer weiter.

  • Diese Eintragung kann unter Umständen mehrere Monate dauern, daher muss der Verkäufer mit Verzögerungen rechnen.

Quellen

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin: Bezahlverfahren im Internet »