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Unter einem Fremdwährungsdarlehen verstehen Finanzexperten einen Kredit, bei dem der Vertrag nicht über eine Darlehenssumme in Euro, sondern in einer Fremdwährung wie z. B. US-Dollar, japanischem Yen, englischem Pfund oder Schweizer Franken ausgestellt ist.

Die Voraussetzungen, die Art der Beantragung sowie der Ablauf eines Fremdwährungsdarlehens sind dabei identisch mit den gängigen Darlehensformen.

Ein Fremdwährungsdarlehen lässt sich durch einen Eintrag ins Grundbuch sichern. Allerdings wird eine Grundschuld vermerkt, deren Summe um 10 bis 30 Prozent höher liegt, als die eigentliche Darlehenssumme. Diese Absicherung der Bank ist bei dieser Form des Darlehens Standard.

Welche Besonderheiten gibt es bei einem Fremdwährungsdarlehen?

Bei einem Fremdwährungsdarlehen gibt es einige Besonderheiten, über die sich der Kreditnehmer vorher gut informieren sollte. Vor allem folgende Aspekte sollten bedacht werden:

Die rechtlichen Vorschriften zu diesen Darlehen finden sich in § 244 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch). Im Jahr 2016 wurde die so genannte Wohnimmobilien-Kredit-Richtlinie erlassen, die sich auf Verbraucher- und Immobliardarlehen in Fremdwährung bezieht.

  • In dieser Richtlinie ist eine Informationspflicht des Kreditgebers gegenüber dem Darlehensnehmer festgeschrieben, beispielsweise bei einem extremen Anstieg (mehr als 20 Prozent) des Restbetrages gegenüber dem ursprünglich vereinbarten Wechselkurs.

Wer bietet solche Fremdwährungsdarlehen an und für wen?

Das Fremdwährungsdarlehen ist im Gegensatz zu den typischen Hypothekendarlehen oder Bausparverträgen eher eine selten genutzte Variante der Finanzierung. Sie wird auch nicht von allen Banken angeboten, sondern ist meistens im Portfolio kleinerer und spezialisierter Kreditinstitute zu finden.

Das Fremdwährungdarlehen ist vor allem für Personen geeignet, die sich mit dem Kapitalmarkt beschäftigen und dazu in der Lage sind, die Schwankungen der Devisenkurse und Zinsniveaus zu beobachten und zu analysieren. Nur so kann man auf massive Veränderung schnell und vor allem adäquat reagieren und gegebenenfalls eine Umschuldung in ein Darlehen in Euro vornehmen.

  • Durch die Unkalkulierbarkeit der langfristigen Entwicklung sollten nur Leute ein solches Fremdwährungsdarlehen in Anspruch nehmen, die über ausreichend hohe Finanzreserven verfügen, mit denen sie eventuelle Mehrkosten ausgleichen können.

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Warum sind Fremdwährungsdarlehen so beliebt?

Die Beliebtheit von Fremdwährungsdarlehen ist dem meist guten Wechselkurs und dem damit einhergehenden, oft niedrigen Zinsniveau geschuldet, der vor allem den Schweizer Franken und Japanische Yen betrifft. Darlehensnehmer können vom guten Wechselkurs profitieren und auf ein dauerhaft niedriges Zinsniveau spekulieren.

Welches Risiko birgt ein Fremdwährungsdarlehen?

Das größte Risiko beim Abschluss eines Darlehens dieser Art liegt einerseits in der sehr kurzen Phase der Zinsbindung, wodurch der Kreditnehmer keine langfristige Sicherheit hat.

Andererseits kann sich das Zinsniveau während der Laufzeit des Darlehens zu Ungunsten des Darlehensnehmers verändern, indem es als Folge einer Devisenkurserhöhung ansteigt. Die Aufwertung der Währung und der dadurch verursachte Anstieg der Zinsen bedeutet natürlich einen Anstieg der Kosten, die der Kreditnehmer stemmen muss.


Quellen

Stein, Anette / Schulze, Eike: Immobilien- und Baufinanzierung »
Ellmaier, Wolfgang / Engel, Arno: Immobilien-Finanzierung »
Noosten, Dirk: Die private Bau- und Immobilienfinanzierung: Eine Einführung für Planer und Auftragnehmer von Bauleistungen »